Adenauerbrücke: Wie versucht wird uns ein Betonklotz für Autos als nachhaltiges Verkehrsprojekt anzudrehen

Seit Herbst letzten Jahres ist die Debatte um den Neubau der Adenauerbrücke in Ulm lauter geworden. Die Bundesstraßen-Brücke ist marode und muss renoviert werden. Das Bauvorhaben wird als größtes Infrastrukturprojekt der Region in den nächsten Jahren bezeichnet.

Die Diskussion dreht sich um die Frage: Sechs Fahrspuren wie bisher? Oder acht Fahrspuren? Immer wieder zu beobachten ist, wie dabei bizzarste Scheinargumente für den achtspurigen Ausbau gebracht werden, um den Ausbau als nachhaltiges Projekt für Verkehr und Umwelt zu verkaufen.

Aber genau das ist es nunmal nicht.

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Bericht Soli-Kundgebung für den Danni

 

Am 25.11. haben wir mit mehreren anderen Gruppen eine Soli-Kundgebung für den Dannenröder Forst veranstaltet. Es kamen etwa 100 Menschen. Auch das Thema des achtspurigen Ausbau der Adenauer Brücke lokal hier in Ulm wurde angeschnitten. Eine erste Position dazu haben wir in dem gemeinsamen Text mit der Grünen Jugend, Young and Queer und der Linken Ulm veröffentlicht.

Hier ein paar Eindrücke der Kundgebung und unsere Redebeiträge.

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Wald statt Asphalt!

In den letzen Tagen haben wir ein Banner in den Ehinger Anlagen aufgehangen. Zum einen als kleine Zeichen der Solidarität aus dem nebligen Ulm für alle Menschen die im Dannenröder Forst gegen die Rodung aktiv sind und dort Polizeigewalt und Repression ausgesetzt sind. Zum anderen als lokales Zeichen gegen einen geplanten achtspurigen Ausbau der Adenauer Brücke.

Wald statt Asphalt! System change not climate change!

 

Kundgebungen für den Dannenröder Forst

[english version below]

Diesen Mittwoch veranstalten wir gemeinsam mit der Grünen Jugend, der Linken und Young and Queer eine Kundgebung um Solidarität mit den Aktivist*innen im Dannenröder Forst zu zeigen.

Eine Person die vor Ort war wird über ihre Erfahrungen im Wald reden. Wir wollen ebenso aktuelle Themen wie den geplanten Ausbau der Konrad Adenauer Brücke thematisieren.

Mehr Informationen könnt ihr in diesem gemeinsamer Text der beteiligten Gruppen finden:

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Wie der Staat mordet

Text eines Aktivisten des Hambacher Forstes:

Wie der Staat mordet –
heute vor einem Jahr am 19. September 2018 meinen Mitstreiter Sonne im Hambacher Forst

*Triggerwarning: Dieser Text ist sehr emotional und enthält etliche Schilderungen von Gewalttaten.

Täglich werden Menschen durch den Staat ermordet. Strukturell, psychisch und physisch. Drei Formen, die sich gegenseitig bedingen, sich nicht voneinander trennen lassen.

Oury Jalloh wurde am 7.Januar 2005 in einer Zelle in einem Polizeirevier in Dessau verbrannt. Alexis Grigoropoulos wurde am 6. Dezember 2008 in Exarchia (Athen) von der Staatsmacht erschossen. Benno Ohnesorg wurde am 2.Juni 1967 in Berlin erschossen.
Drei physische, dadurch offensichtlich und klar erkennbare Morde durch den Staat. Strukturelle und phsychische Morde hingegen verschwinden hinter dem Nebel der Zensur und Manipulation des Staates. Meistens werden Morde nicht erwähnt und dort, wo sie öffentlich werden, ist nur von tragischen Einzel- und tragischen Unfällen die Rede. Von Mord sprechen die Wenigsten.

Fast täglich ertrinken Geflüchtete aufgrund der europäischen Abschottungspolitik im Mittelmeer. Staatliche Seenotrettungsprogramme wurden eingestellt, private Initiativen werden kriminalisiert. Die Menschen ertrinken, weil ihnen nicht geholfen wird. Das ist Mord. Erwerbslose, haben sich teilweise direkt vor Jobcentern das Leben genommen, weil sie keinen anderen Ausweg aus der schikanösen, demütigenden Bürokratie gesehen haben. Sie wurden psychisch und strukturell umgebracht.
Als weitere Gruppe möchte ich die Klimatoten erwähnen, zumeist ärmere Menschen, die weltweit aufgrund der Umweltzerstörumg verdursten,verhungern, ersticken… Auch sie werden täglich umgebracht.

Strukturelle und psychische Morde sind zwar unsichtbar im Vergleich zu den physischen, aber dadurch nicht weniger schlimm. Es ist wichtig diese als solche zu benennen und sichtbar zu machen. Deshalb widme ich diesen Text Sonne, der am 19. September 2018 im besetzten Hambacher Forst ermordet wurde. Ich schreibe speziell über ihn, da ich als ehemaliger Bewohner des Hambacher Forstes, eine tiefe emotionale Nähe zu ihm verspüre. Es hätte ebensogut mich treffen können, aber dazu später mehr. Sonne, einigen unter seinem bürgerlichen Namen Steffen Meyn bekannt war Aktivist, Blogger, Journalist und Student an der Kunsthochschule für Medien in Köln und Teil der Bürgerbewegung im Hambacher Forst. Er schrieb gerade an seiner Projektarbeit „Facetten des Widerstands – Teil1 Hambacher Forst“ und war an seinem Wohnort Leverkusen zuletzt als Regisseur am Jungen Theater tätig. In seinen letzten Tagen berichtete er über die Räumung der Besetzung. Da die Pozilei eine Berichterstattung auf dem Waldboden verhinderte, musste Sonne auf die Bäume klettern. Dies machte er auch nochmal in einem seiner letzten Beiträge deutlich. Sie hatten kein Interesse an der Veröffentlichung ihrer Gräueltaten während der Räumung. Und davon gab es einige:

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