Umbenennung der M.-gasse

Wie bodenlos der Beitrag von Hans-Walter Roth zur Umbenennung der M.-gasse¹ ist kann gar nicht genug betont werden und auch insgesamt ist der SWP-Artikel, wie so oft, nicht gerade preisverdächtig, vor allem wenn man den beschämenden Kommentar von Christian Mayer mit in die Betrachtung einbezieht.

Aber gerade ein Punkt sticht hervor, wenn Roth jeglicher Sach- und Ortskenntnis vermissenden Aussage behauptet „Ulm ist Vorbild für eine gelungene Integration, wir engagieren uns vorbildlich für Menschen gleich welcher Kultur“. Solch eine dreiste Lüge wird auch dann nicht wahr, wenn sie oft genug wiederholt wird (Martin Bendel 2019) oder wenn halbgebildet ein kleiner Lateinausflug unternommen wird (maurus, latein: Dunkel, schwarz, afrikanisch; moros, griechisch: Töricht, dumm)². Wie durch die Plattform „Rechte Umtriebe“ bekannt wurde, gab es allein in 2019 zahlreiche rechte Übergriffe und Vorkommnisse und auch verschiedene Gruppierungen treiben sich in Ulm rum (https://rechteumtriebeulm.blackblogs.org/wp-content/uploads/sites/1218/2020/05/Chronik-Rechte-Umtriebe-Ulm-2019-1.pdf). Nicht oft genug erwähnt werden kann der rassistische Angriff in der Schaffnerstraße durch einen Mitarbeiter der Stadt Ulm und der Mordversuch an Rom*nja durch die 5 vor Gericht stehenden Nazis aus Dellmensingen. (In diesem Zusammenhang eine rechte Fußballszene und eine rechte Dorfkultur.) Zudem eine örtliche AfD mit hoher Flügel-Affinität, der sich kaum entgegengestellt wird und die Proteste der Querfront „Corona-Rebellen“ bei denen seit Wochen kollektiv weggesehen wird, was ihre Verbindungen zu rechten Akteuren angeht (https://rechteumtriebeulm.blackblogs.org/2020/06/11/grundrechte-versammlungen-ulm/).

Nicht zuletzt beweist die BlackLivesMatter-Demo, zu der 2.000 Menschen kamen, die Brisanz des Themas in dieser Stadt. Viele Erfahrungsberichte von Betroffenen hätten auch dem letzten Stadtrat,

der auch nur ansatzweise Interesse hat für diese Menschen, der auch nur grundlegendes ‚Engagement für Menschen gleich welcher Kultur‘ zeigt, eindrücklich aufgezeigt, wie viel noch zu tun ist, dass dieses Thema hier aufzugreifen wenn überhaupt in den Anfängen steckt. Seien es die Angriffe, der tägliche Rassismus, die rechten Gruppierungen oder Diskriminierungen wie durch das Theatro, in das durch Türsteher Bi_PoC*³ nicht eingelassen werden oder rassistische Polizeikontrollen auch in Ulm. (https://kollektiv26.blackblogs.org/2020/06/14/black-lives-matter-ulm/)

Das Café M.-köpfle benutzt nicht nur den rassistischen Namen sondern benutzt auch „zwei dunkelhäutige Stammgäste“ als Token⁴. Die Confiserie Reichhart⁵ verwendet eine stereotype, rassistische Darstellung⁶ in Form einer großen Figur.

Würden diese Leute, die so leidenschaftlich die Umbenennung zu Rudolf Manga Bell (einfach ein guter Vorschlag) bekämpfen, diese Leidenschaft in die Unterstützung von Betroffenen, Geflüchteten, Engagierten stecken, dann wäre Ulm ein kleines bisschen besser.

¹ Bewusst schreiben wir das M.-wort nicht aus, da es sich um ein eindeutig rassistisches handelt.

² https://noizz.de/meinung/der-coburger-mohr-eine-stadt-vollgepflastert-mit-rassistischen-stereotypen/fc5nr90

³ Black, indigenous People_and People of Color

https://rosa-mag.de/was-bedeutet-tokenism/

https://infos-ulm.de/kategorien/lebensmittel/suesswaren/confiserie-reichhart

https://ze.tt/coburger-mohr-zwei-frauen-fordern-in-einer-petition-die-aenderung-eines-rassistischen-stadtwappens/